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Pressemitteilung 06/2022

17. Juni 2022

Das Problem ist Rassismus 
Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern fordert gleiche Rechte für alle Geflüchtete, egal woher sie kommen

Rostock. Das Eine-Welt-Landesnetzwerk MV fordert gleiche Rechte für alle Geflüchtete in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehört ein schneller Zugang zu Arbeitsmarkt, Sprachkursen, Wohnung und Bildung. Hintergrund ist die 'Massenzustrom-Richtlinie', die den Geflüchteten aus der Ukraine größere Rechte und Freiheiten einräumt als Geflüchteten aus anderen Ländern. „Dass wir den Menschen aus der Ukraine ein verhältnismäßig unkompliziertes Ankommen ermöglichen ist absolut zu begrüßen“, sagt Nathalie Nad-Abonji, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks. „Das ist ein längst überfälliger und von uns lange geforderter Schritt. Aber es darf nicht sein, dass Menschen diese Möglichkeiten nicht erhalten, nur weil sie aus anderen Ländern kommen. Schließlich fliehen auch sie vor Krieg und Gewalt. Oder vor Hunger und der - in erster Linie von uns - verursachten Klimakrise.“  Nathalie Nad-Abonji weist darauf hin, dass dieser Ungleichbehandlung „am Ende ein tiefsitzender Rassismus zugrunde liegt“, der Menschen, die aus afrikanischen oder arabischen Ländern stammen gegenüber europäischen Geflüchteten benachteilige. Da die zugrundeliegenden Gesetze auf EU- beziehungsweise Bundesebene entstanden seien, fordere man die Landesregierung auf, sich im Bund für Gerechtigkeit einzusetzen. Land und Kommune müssten ihre Spielräume nutzen, um zum Beispiel bei der Verteilung von Wohnraum mehr Gerechtigkeit herzustellen.  

Mitarbeitende in der Verwaltung sollten Antirassimustrainings besuchen 
„Außerdem spiegelt sich Rassismus für viele Betroffene auch beim Umgang mit Mitarbeiter:innen in Ämtern und Behörden“, sagt Nathalie Nad-Abonji. „Wir fordern daher für alle Mitarbeitenden in der Verwaltung, in Ausländerbehörden, Jugend- und Sozialämtern sowie für Lehrer:innen und Erzieher:innen Fortbildungen wie zum Beispiel Antirassismustrainings, um die interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeitenden zu fördern. Das Landesnetzwerk bietet solche Trainings bereits seit zwölf Jahren an." In einer vom Landesnetzwerk organisierten Expertenrunde mit Menschen, die in der Migrationsberatung in MV arbeiten, wurde deutlich wie sehr die Geflüchteten Ungleichbehandlung und Rassismus wahrnehmen und sich zurückgesetzt fühlen. „Während die einen innerhalb von wenigen Tagen eine Wohnung, einen Sprachkurs und Arbeit bekommen, warten die Anderen schon seit Jahren auf auf das Gleiche und bekommen es jedoch nicht.“ sagt Inga Schwarz von der AWO Güstrow. „Das sorgt selbstverständlich für Unmut. Nicht nur bei den Mitarbeitenden im Arbeitsfeld, sondern auch bei den Betroffenen und deren Mitmenschen. Wir müssen aufpassen, dass uns das nicht den gesellschaftlichen Zusammenhalt sprengt.“ Weitgehend ungeklärt ist auch der Status der Menschen aus der Ukraine ohne ukrainische Staatsbürgerschaft. Dazu gehören viele Studierende aus dem Ausland aber auch Menschen, die einen Aufenthaltstitel für die Ukraine hatten.  In Mecklenburg-Vorpommern lebten 2021 etwa 80.000 Menschen ohne deutschen Pass, seit Beginn des Krieges sind gut 20.000 Menschen aus der Ukraine hier angekommen. 

Kontakt: Nathalie Nad-Abonji, nad-abonji@eine-welt-mv.de, 0381-36767463 

V. i. S. d. P.: Andrea Krönert


 

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