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Pressemitteilung 05/2022

11. April 2022

Welternährungskrise: globalen Süden nicht vergessen 
Eine-Welt-Landesnetzwerk fordert Solidarität

Rostock. Wegen des Kriegs in der Ukraine droht eine weltweite Ernährungskrise. Schon vor dem Krieg in der Ukraine sind die Getreidepreise aufgrund von steigenden Düngemittel- und Energiekosten gestiegen. Aufgrund des Konflikts steigen die Getreidepreise weiterhin. Auch die Pandemie und die Klimakrise tragen zur der verschlechterten Ernährungssituation bei. 

„Wir rufen dazu auf, bei aller Sorge um unsere Energiesicherheit und die steigende Inflation nicht zu vergessen dass die Welternährungskrise den Globalen Süden mit besonderer Härte treffen wird“, sagt Andrea Krönert, Geschäftsführerin des Eine-Welt-Landesnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern. „Während bei uns die Nahrungsmittelsicherheit nicht gefährdet ist und wir „nur“ um ein Teil unseres Wohlstands fürchten geht es für viele Menschen im Globalen Süden um das Überleben.“ Fast ein Drittel des Weizens und der Gerste, fast ein Fünftel des Maises und drei Viertel des Sonnenblumenöls auf dem Weltmarkt stammten in den letzten Jahren aus diesen beiden Ländern. 

Kaike Brand, Landwirtschaftsexpertin beim Eine-Welt-Landesnetzwerk, beschäftigt sich intensiv mit der globalen Landwirtschaft in Verbindung mit Mecklenburg-Vorpommern. Sie warnt vor aktuellen Forderungen, jetzt vorschnell Brachflächen für den Getreidanbau zu nutzen. „Der Effekt wäre nach einer aktuellen Studie der Heinrich-Böll-Stiftung nur gering“, sagt sie. Statt überstürzt globale Nachhaltigkeitsziele zu opfern fordert Kaike Brand Landes- und Bundespolitik auf, das Programm der UN-Welthungerhilfe finanziell zu unterstützen.

Es drohen weitere Krisen, allen voran der Klimawandel. „Die Klimakrise wird das Überleben vieler Menschen weltweit gefährden. Ein wichtiges Instrument um genügend Nahrung für alle Menschen weltweit sicherzustellen ist lokale Ernährungssysteme zu erhalten und auszubauen. Langfristig müssen wir in eine standortangepasste und nachhaltige Landwirtschaft investieren“, sagt sie. Regionale Strukturen und Kreisläufe müssen unterstützt werden, die Lebensmittelproduktion der Staaten dürfen nicht primär auf den Weltmarkt ausgerichtet sein. Wie können wir den Anteil lokaler Getreidesorten erhöhen? Wie die Abhängigkeiten vom Weltmarkt verringern? Den Anteil des Getreides, der ineffektiv für die Fleischproduktion verfüttert wird (weltweit etwa die Hälfte!) verringern. 

„Hauptgrund für Hunger sind Konflikte. Dazu kommt die ungleiche Verteilung von Lebensmitteln und die Verschwendung von Nahrungsmitteln.“ sagt Kaike Brand. Außerdem gebe es Logistikprobleme, in vielen Ländern fehlende Lager- und Transportmöglichkeiten. Nur ein Beispiel: Im Libanon hatte der Brand der größten Lagerhalle des Landes für Getreide 2020 verheerende Folgen für die Getreideversorgung.“ Ihr Fazit: „Wir müssen  den Globalen Süden jetzt akut über das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen helfen, aber langfristig global in eine nachhaltige, zukunftsfähige Landwirtschaft investieren. Nur so können wir auch künftigen Krisen begegnen.“  

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk MV ist der Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen in unserem Bundesland mit derzeit 58 Mitgliedern. Ein Teil der Arbeit des Landesnetzwerks ist die Globale Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Weizen- und Sojaimporte sowie regionale Wertschöpfung. Mehr unter eine-welt-mv.de/unser-handeln/globale-landwirtschaft/ 

Kontakte und Ansprechpartner:in: Kaike Brand, brand@eine-welt-mv.de, 0381-36767466  

V. i. S. d. P.: Andrea Krönert


 

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